„Frauen in Führungspositionen sind so selten wie ein vierblättriges Kleebatt.“ Das stellte die Bundestagsabgeordnete Michaela Noll bei einer Podiumsdiskussion der CDU Mettmann zum Thema „Frauen in Führungspositionen“ in der Fachhochschule der Wirtschaft (FHDW) in Mettmann fest – ein Zitat aus der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Doch sind Frauen in den oberen Etagen der Firmen wirklich ein solcher Glücksgriff, wie es der Vergleich mit dem Kleeblatt nahe legt? Die Diskussionsteilnehmerinnen und Moderatorin Gabi Hruschka zeigten sich davon überzeugt.
„Die Wirtschaft kann auf das kreative Potenzial der Frauen auch in Führungspositionen nicht verzichten“, meinte Dr. Ute Fuchs aus Wien. Die Unternehmerin ist Präsidentin des dortigen Ortsverbands der Business Professional Women (BPW), einer der weltweit ältesten Organisationen berufstätiger Frauen. „Der Staat hat außerdem viel Geld in die sehr gute Ausbildung der Frauen investiert.“
Das Argument ist schwer zu widerlegen – gerade in Zeiten des demographischen Wandels, „wo die Unternehmen mit einem großen Fachkräftemangel zu kämpfen haben und dringend auf berufstätige Frauen angewiesen sind“, wie Michaela Noll betonte.
"Ohne Druck geht gar nichts!"
Uneinigkeit bestand lediglich in der Frage, wie Firmen überzeugt werden sollen, ihre Vorstände und Aufsichtsräte mit mehr weiblichem Personal auszustatten. „Ohne Druck geht nichts“, meinte Dr. Claudia Windfuhr, die Präsidentin der BPW Bochum. „Wir brauchen eine Quote von 25 Prozent Frauen in den Aufsichtsräten – erst per Selbstverpflichtung, sonst auch per Gesetz.“
Eine Quote sah Michaela Noll eher kritisch
„Das führt nicht zum Ziel. Wir brauchen flächendeckend sehr gute Kinderbetreuung, damit Eltern Familie und Arbeit besser organisieren können“, erläuterte die Politikerin. „Und Frauen müssen ihre Netzwerke stärken und sich gegenseitig besser unterstützen.“