Schwarzbachtal - Als die Trasse geplant wurde, waren beide noch nicht geboren. Mittlerweile sind sie 30 und 33 Jahre alt und die Strecke ist immer noch nicht fertig. Im Gegenteil, sie ist in einem erbärmlichen Zustand. Deshalb arbeiten David Lüngen, CDU-Stadtverbandsvorsitzender in Ratingen und sein Mettmanner Amtskollege Christian Caspar nun Hand in Hand dafür, dass es beim Bau der L239n endlich wieder voran geht.
Deshalb haben die beiden CDU-Stadtverbandsvorsitzenden ihre Vorstandskollegen und Ratsmitglieder am vergangenen Montag ins Schwarzbachtal eingeladen. „Wir wollten die Historie und die Planung allen noch einmal vergegenwärtigen.
Immerhin ist der lange bekannte Planfeststellungsbeschluss schon Jahrzehnte alt“, erklärt Lüngen. Weiterhin ginge es darum, gemeinsam ein deutliches Zeichen in Richtung Landesregierung zu setzen, „dass es so nicht weitergeht, und dass wir gemeinsam den Druck erhöhen werden“.
Dies sahen die Stadtverbände und Fraktionen genauso. In der „Schwarzbacher Erklärung“ bekräftigten die Gremien noch einmal die Beschlüsse der Stadträte, sich zu je einem Drittel an den Vorfinanzierungskosten des ersten Bauabschnittes beteiligen zu wollen. Gleichzeitig gaben sie Landrat Thomas Hendele, der über den aktuellen Sachstand berichtete, grünes Licht dafür, mit der Landesregierung eine „kreative und aussichtsreiche Lösung für den Neubau der Strecke zu finden“.
Landesregierung ist in der Pflicht
Die Christdemokraten sehen die Landesregierung in der Pflicht: „Wir können nicht weiter hinnehmen, dass die Strecke Tag für Tag ein enormes Risiko für die Verkehrssicherheit darstellt“, betont der Ratinger CDU-Chef David Lüngen. Die Bürger seien es satt, dass eine seit Jahrzehnten planfestgestellte Strecke nicht endlich fertig gebaut wird. Das Thema habe Generationen von Lokalpolitikern verschlissen, ohne dass etwas passiert sei. Deshalb müsse die Landesregierung die Appelle jetzt endlich ernst nehmen.
Doch sein Mettmanner Amtskollege, Christian Caspar, befürchtet, dass sich die Landesregierung eventuell mit Flickschusterei aus der Affäre ziehen könnte und warnt: „Eine einfache Sanierung reicht uns nicht. Wir und unsere Nachbarstädte brauchen eine vernünftige Anbindung an die A44 und somit an die Rheinschiene“. Sie sei ein wichtiger Standortfaktor, der sich auch auf die Kreisgemeinschaft positiv auswirken würde, erklärt Caspar.
Jeder Euro, der durch Firmenansiedlungen nach Mettmann fließe, entlaste auch die Kreisgemeinschaft.
Die CDU möchte auch vermeintliche Skeptiker des Neubaus für sich gewinnen. „Bei näherer Ansicht der Planungsunterlagen ist uns aufgefallen, dass durch den Neubau Naturschutzgebiete entlastet würden“, sagt der Ratinger CDU-Fraktionsschef Ewald Vielhaus. Während sich die heutige Strecke im schützenswerten Bereich befinde, berühre dagegen die neue Trasse Naturschutzgebiete kaum.
„Wir laden jeden zum Dialog ein. Wir würden uns freuen, wenn möglichst viele Menschen unser Anliegen unterstützen“, unterstreicht auch seine Mettmanner Kollegin Ute Stöcker.
RP: Eine halbe Million für eine halbherzige Maßnahme
Schwarzbachtal: CDU in Sorge um die Sicherheit
Rückfall in alte Zeiten: CDU kündigt Widerstand an
WZ: Erdrutsch im Schwarzbachtal